Chronisches Erschöpfungs-Syndrom (CMS)
CFS – Chronic fatigue syndrome / Klassifikation ICD-10: G.93.3 – ist eine chronische Krankheit. Sie zeichnet sich durch eine lähmende Müdigkeit, ungewöhnliche Erschöpfbarkeit (geistig und körperlich) sowie durch eine spezifische Kombination weiterer Symptome aus. Dazu gehören neben der chronischen Erschöpfung u.a. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Empfindlichkeiten der Lymphknoten. Kennzeichnend ist auch eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen. Bei CFS werden unterschiedliche Schwergrade unterschieden (Kategorisierung nach Bell).
Die Abklärung des Chronic-Fatigue-Syndroms (CFS) ist komplex und zeitaufwändig (insbesondere in der Differentialdiagnostik mit anderen Krankheitsbildern). Zur Komplexität der CFS-Diagnostik kommen noch einige weitere Faktoren hinzu:
- Es gibt keinen diagnostischen Labortest oder Biomarker für CFS.
- Erschöpfung und andere CFS-Symptome treten bei vielen Krankheiten auf.
- Viele Menschen mit CFS sehen trotz ihrer tiefgreifenden Behinderung nicht krank aus.
- Art, Anzahl und Schwere der Symptome schwanken von Patient zu Patient.
- Die Symptome können sich bei einzelnen Patienten im Laufe der Zeit verändern.
Diese Faktoren tragen bislang in Deutschland zu einer besorgniserregend niedrigen Diagnoserate bei. Vielfach wird zudem übersehen, dass diese Beschwerden auch auf Borrelien, Chlamydien oder andere Erreger (Bakterien und/oder Viren) zurückführbar sind und dadurch dann doch über Antibiotika und modulare Therapieansätze erfolgreich behandelbar sind.
Störungen im Immun-System - die Krankheit scheint Folge eines gestörten Informationsaustauschs im Körper zu sein. Dort wird die Kommunikation zwischen den verschiedenen Zellen gestört oder sogar ausgeschaltet. Dadurch sind die Abwehrkräfte massiv geschwächt. Als Auslöser für diese Dysbalance sind Infektionen mit Bakterien (Borrelien, Chlamydien, etc.), Viren (Herpes, Epstein-Barr) sowie eine andauernde Überlastung, Hormonstörungen oder ein Mangel an bestimmten Spurenelementen zu berücksichtigen.
Für die Diagnose eines CFS sollten die folgenden Kriterien gegeben sein:
Allgemeine Kriterien
Es liegt eine chronische Erschöpfung vor, die
- klinisch gesichert und ungeklärt ist,
- neu und mit zeitlich bestimmbarem Beginn auftrat (nicht bereits lebenslang besteht),
- sich nicht spürbar durch Ruhe bessert,
- nicht Folge einer noch anhaltenden Überlastung ist,
- zu einer substantiellen Reduktion früherer Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen und persönlichen Bereich führt,
- länger als 6 Monate anhält.
Die Symptom-Kriterien (nach Fukuda): Es bestehen 4 oder mehr der nachfolgend aufgelisteten 8 Symptome für einen Zeitraum von mindestens sechs aufeinanderfolgenden Krankheitsmonaten persistierend oder rezidivierend nebeneinander. Die Symptome dürfen erst frühestens mit Beginn der Erschöpfung aufgetreten sein:
- selbstberichtete Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses oder der Konzentration, die schwer genug sind, eine substantielle Reduktion des früheren Niveaus der Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen und persönlichen Bereich zu verursachen,
- Halsschmerzen,
- empfindliche Hals-und Achsellymphknoten,
- Muskelschmerzen
- Schmerzen mehrerer Gelenke ohne Schwellung und Rötung,
- Kopfschmerzen eines neuen Typs, Musters oder Schweregrades,
- keine Erholung durch Schlaf,
- Zustandsverschlechterung für mehr als 24 Stunden nach Anstrengungen.
Fibromyalgie und CFS (Differentialdiagnose): Die Fibromyalgie weist ähnliche, jedoch unterschiedlich gewichtete klinische Charakteristika auf. Nach der „Kopenhagen Deklaration“ ist die Fibromyalgie ein schmerzhafter, länger anhaltender Zustand, der die Muskulatur, nicht jedoch die Gelenke involviert. Die chronischen Muskelschmerzen sind verbunden mit Müdigkeit und Schlafstörungen.
In unserem Ärzte-Team haben wir u.a. einen erfahrenen Rheumatologen (Dr. med. Götz), der sich primär den Verdachtsfällen auf CMS annimmt.



